Bestimmungsgründe für das Niveau und die Volatilität von Agrarrohstoffpreisen auf internationalen Märkten

- Implikationen für Welternährung und Politikgestaltung

Die Preisentwicklung auf Agrarrohstoffmärkten ist vor allem das Ergebnis fundamentaler Angebots- und Nachfragekräfte. Der preistreibende und preisdestabilisierende Beitrag von Spekulation wird zwar oft behauptet, ist aber empirisch nicht nachgewiesen. Im Gegenteil: Spekulation sorgt für die notwendige Liquidität zur Absicherung der Hedgegeschäfte von Landwirten, Händlern und Verarbeitern, verbessert die Preisvorhersagefunktion von Warenterminmärkten durch die wachsende Teilnehmerzahl und ist somit eine notwendige Begleiterscheinung volatiler Märkte. Auch Biokraftstoffe sind nur im Zusammenspiel mit anderen bedeutsamen Einflussfaktoren für höhere und volatilere Preise verantwortlich zu machen. Biokraftstoffe und ihre Förderung sind auch nicht für Hunger und Armut in der Welt verantwortlich. Selbst ihr Einfluss auf das Preisgeschehen am Weltmarkt ist begrenzt oder nur im Zusammenspiel mit anderen Treibern kurzfristig bedeutsam. Nichtsdestoweniger könnte das Image der Biokraftstoffindustrie deutlich verbessert werden, wenn ihre staatliche Förderung zukünftig marktnäher ausgestaltet werden würde und nicht zum Dauersubventionstatbestand  degenerieren würde.

Projektlaufzeit: Juni 2012 bis Mai 2013